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Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung: Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eröffnet
Kitzscher/Leipzig, 08. April 2026
Die Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung befindet sich seit Anfang April in einem eröffneten gerichtlichen Sanierungsverfahren am Amtsgericht Leipzig. Damit können vorbereitete Sanierungsmaßnahmen nun umgesetzt werden.

Der regionale Kunststoffexperte war durch eine Reihe von Ursachen in Schieflage geraten. So konnten durch den Ausfall eines zentralen Werkzeugs bestehende Aufträge im letzten Jahr nicht fristgerecht abgearbeitet werden. Außerdem vergeben wichtige Kunden aktuell trotz Zufriedenheit keine neuen Projekte an die Lätzsch GmbH – Kunststoffverarbeitung, sondern verlagern diese ins Ausland. Grundsätzlich erschweren die gesamtwirtschaftliche Krise sowie eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung in den Kundenbranchen Landwirtschaft und Automotiv die Akquise neuer Aufträge.

Angesichts dieser schwierigen Situation hatte sich die Geschäftsführung des traditionsreichen Betriebs um Lisa Todt und Hans-Joachim Lätzsch rechtzeitig und folgerichtig für die Beantragung eines Eigenverwaltungsverfahrens entschieden. Bei dem gerichtlichen Verfahren behält die Geschäftsleitung die Kontrolle über das operative Geschäft, während sie von Sanierungsexperten begleitet wird. Zu diesen gehört auch Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt, der den Sanierungsprozess des Mittelständlers als Generalbevollmächtigter begleitet. Gemeinsam mit seinem Team unterstützt er in allen insolvenzrechtlichen Fragen. „Dass das Amtsgericht Leipzig nun ein solches modernes Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet hat, ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass hier Vertrauen in die Sanierbarkeit und Neuaufstellung des Unternehmens sowie in die Kompetenzen der Beteiligten besteht“, so Rechtsanwalt Ettelt.

Kräfte für nachhaltige Sanierung bündeln
Es geht nun darum, die in den letzten Wochen und Monaten entwickelten Sanierungsschritte in die Tat umzusetzen und das Unternehmen weiter zu stabilisieren und langfristig marktfähig aufzustellen. Dazu wurde ein Investorenprozess eingeleitet, in dem bereits Gespräche mit ersten Interessenten laufen. Ein möglicher Übernehmer könnte im Rahmen einer übertragenden Sanierung die Neuaufstellung des Unternehmens umsetzen. Daneben wird auch an einer möglichen Lösung über einen Insolvenzplan gearbeitet. Dieser würde eine Einmalzahlung und einen Schuldenschnitt mit den Gläubigern vorsehen.

Die Mitarbeiter stehen dabei nach wie vor hinter der Eigenverwaltung und dem Unternehmen. „Das Verständnis und die Loyalität unseres Teams sind in der jetzigen Lage unersetzbar. Nur so können wir weiter ohne Abstriche produzieren und gleichzeitig notwendige Sanierungsmaßnahmen umsetzen. Ebenso freuen wir uns darüber, dass zentrale Kunden und Lieferanten weiter zu uns halten“, erklärt Geschäftsführerin Lisa Todt. Erste Meilensteine in der Neuaufstellung hatte der Betrieb bereits im zurückliegenden vorläufigen Verfahren erreicht: Neben dem lückenlos weiterlaufenden operativen Geschäft wurden auch die Löhne und Gehälter der Belegschaft durch das vorfinanzierte Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Nun werden sie wieder aus den Umsätzen erwirtschaftet.

Die Sanierung des Kunststoffverarbeiters erfährt auch Unterstützung durch Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG, und sein Team. Die Experten begleiten das Unternehmen im Controlling, im Rahmen der Erstellung von Liquiditätsplanungen sowie bei der Umsetzung des strukturierten Investorenprozesses. „Wir werden den Rückenwind durch die Verfahrenseröffnung jetzt nutzen, um den Betrieb nachhaltig aus der Schieflage zu bringen. Dazu arbeiten wir mit Hochdruck an der Suche nach einem möglichen Investor, der eine langfristige Lösung für das Unternehmen und die Mitarbeiter trägt. Angesichts des gesunden operativen Kerns und des gesicherten Geschäftsbetriebs sind wir im Sanierungsteam zuversichtlich, dass wir hier in absehbarer Zeit einen geeigneten Kandidaten finden werden“, so Simon Leopold.